1. Sanierung und Nachnutzung des Georgen-Hospitals

 

Der nördliche Bereich der Innenstadt, der sich an die Gebietsgrenzen des Sanierungsgebiets "Ehemalige Altstadt" anschließt, weist eklatante städtebauliche Missstände auf, wie eine Reihe von leerstehenden, dringend sanierungs-/instandsetzungsbedürftigen Gebäuden, Brachen und unattraktiven öffentlichen Räumen. Andererseits verfügt das Gebiet über das Potenzial, sich bei entsprechender Gestaltung der öffentlichen Räume und des Wohnumfeldes zu einem attraktiven Wohnquartier in Odernähe zu entwickeln. Besondere Bedeutung kommt hierbei den wenigen historischen Gebäuden zu, die nicht Kriegs- und Nachkriegszerstörungen zum Opfer fielen.

Das Georgen-Hospital ist eines der wichtigsten und zugleich eines der prägnantesten historischen Bauwerke der Lebuser Vorstadt, dessen Spuren bis in das 14. Jahrhundert nachweisbar sind. Der zweigeschossige Barockbau im nördlichen Bereich der Berliner Straße entstand 1794 und hat sich im wesentlichen in seiner Ursprünglichkeit erhalten, weshalb ihm als Zeugnis der Sozial- und Hospitalgeschichte landesweite Bedeutung zukommt. Das Gebäude wurde bis etwa 1982/1983 als Städtisches Altersheim genutzt. Seit den 1990er Jahren steht das Gebäude leer und verfällt zusehends. Seitens der Stadt mussten über ordnungsbehördliche Verfahren immer wieder grundlegende Sicherungsmaßnahmen für die öffentliche Sicherheit und den privaten Gebäudebestand im Wege der Ersatzvornahme vorgenommen werden.

Die Aktivitäten zur Rettung des Georgen-Hospitals sind von besonderer Wichtigkeit, da sich der Zustand des Objektes nach ca. 15-jährigem Leerstand dramatisch verschlechtert hat. Gleichzeitig könnte die Wiederherstellung des Gebäudes an diesem Eingangstor in das nördliche Stadtzentrum einen dringend erforderlichen Revitalisierungsimpuls für diesen vernachlässigten Bereich auslösen. Die denkmalgerechte Instandsetzung des Georgen-Hospitals stellt städtebaulich ein Projekt mit Initialwirkung für die gesamte Umgebung dar, sodass es im Sinne der Revitalisierung der nördlichen Innenstadt dringend erforderlich ist.

Im aktuellen INSEK der Stadt Frankfurt (Oder) wurde im Schlüsselprojekt B-8 der Umbau des Georgen-Hospitals in ein Boarding House aufgenommen. Das Studentenwerk würde das Gebäude für Arbeits- und Studienaufenthalte auswärtiger Besucher als "Boarding House" mit ca. zehn Arbeitszimmern nutzen. Voraussetzung ist die Instandsetzung durch die Stadt. Das Gebäude würde nach erfolgter Sanierung vom Studentenwerk gepachtet. Wichtigste Voraussetzung für die Rettung des Gebäudes ist zunächst der Eigentumsübergang an die Stadt.